Tourenbericht vom 5. Juni 2010, Areuse-Schlucht.

 

18.5 km; Wanderzeit: 4 Std. 40 Min.

 

Bei strahlendem Sommerwetter fahren 15 Wanderlustige des SAC mit der Bahn über Neuchâtel ins Val de Travers, einem 20 km langen Tal im Neuenburger Jura. Es wird von der Areuse durchflossen und verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es quer liegt zu den anderen Juratälern des Kantons Neuenburg. Den Namen „Vallis Traversa“ trägt das Tal seit der Römerzeit.

Ziel ist nicht etwa der berühmte Felsenzirkus „Creux du Van“, sondern die nicht minder spektakuläre Schluchten der Areuse.

Während die einen den Zug in Noiraigue verlassen und im Restaurant „L’Auberge“ bei einem Kaffee oder Apéro warten, fahren die anderen weiter und beginnen die Wanderung in Travers. Wanderleiter Bernhard gibt unterwegs interessante Informationen über das Tal, das einst reich war an Industrie (Uhren, Strickmaschinenbau, Asphalt ….), später aber verarmte und heute vom boomenden Tourismus profitiert.

Mit zügigem Schritt geht’s der Areuse entlang, die hier im flachen Talboden gemächlich dahinzieht, zurück nach Noiraigue. Nach einem Kaffee mit Croissant in der l’Auberge und der anschliessenden Besichtigung der Karstquelle, die dem Ort den Namen gab (Noiraigue = schwarzes Wasser) geht’s dann gemeinsam weiter. Bald einmal zwängt sich die Areuse durch eine enge Schlucht, Saut de Brot. Der Wanderweg fährt hohen Felsen entlang, überquert mehrmals auf Brücken und Stegen den Fluss und ermöglicht faszinierende Blicke in die Tiefe – ein Genuss nicht nur für die Hobby-Fotografen, die voll auf ihre Rechnung kommen.

Bei der Mittagspause im Champs du Moulin Dessous begnügen sich nur ein paar wenige mit einem Picknick aus dem Rucksack. Die meisten entscheiden sich für das Restaurant, Hotel de la Truite und geniessen im Freien Forellen und ein Glas Wein. – Die Mehrheit bestellten Truite meunière, aber als die grossen Fische mit den schönen Köpfen serviert wurden, gewahrten nicht wenige etwas erschreckt und unsicher, was sie wohl bestellt hatten. Nun wissen sie es! –

Um 14.00 Uhr informierte Bernhard über den weiteren Verlauf der Wanderung. Wieder geht es durch die Schlucht der Areuse. Wie wohltuend, dass die Sonne da unten nicht so brennt. Trotzdem kommen die meisten ins Schwitzen, besonders am Schluss beim Ausstieg aus der Schlucht und der Asphaltstrasse bis zum Bahnhof Bôle. Zum Glück bleibt genügend Zeit, um vor der Heimreise den Durst zu löschen.

Bernhard: herzlichen Dank für die schöne und abwechslungsreiche Wanderung, die tadellose Organisation und die informativen Einblicke ins Val de Travers.

 

Pius Hüsler